Prophylaxe einer hepatischen Enzephalopathie bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen

Prophylaxe einer hepatischen Enzephalopathie bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen

L-Ornithin-L-Aspartat (Hepa-Merz®) wird schon lange eingesetzt, um das Risiko einer hepatischen Enzephalopathie zu vermindern. Doch wieviel Schutz kann dieser Wirkstoff wirklich bieten?

Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist eine häufige Komplikation chronischer Lebererkrankungen, vor allem der Leberzirrhose. Kann die erkrankte Leber unseren Körper nicht mehr ausreichend entgiften, werden Ammoniak und andere Stoffe schlechter abgebaut, gelangen aus dem Blut in das Gehirn und beeinträchtigen dessen Funktion. Beginnend mit leichten neurologischen Störungen, wie Desorientierung und Antriebslosigkeit, kann die HE schlimmstenfalls tödlich verlaufen. Die Wirkstoffe L-Ornithin und L-Aspartat fördern bekanntermaßen die Entgiftung von Ammoniak durch Leberzellen und Muskelzellen. Doch inwieweit dieser positive Effekt auch zur Vorbeugung einer HE wirksam sein kann, war Ziel dieser aktuellen wissenschaftlichen Analyse.

Daten aus sechs klinischen Studien mit insgesamt 384 Patienten wurden in einer sogenannten Meta-Analyse zusammengefasst und ausgewertet. Es zeigte sich, dass die Behandlung mit L-Ornithin-L-Aspartat nicht nur wirksam zur Vorbeugung der HE ist, sondern zusätzlich auch das Risiko, dass sich eine HE verschlimmert, um 80% senkt. Außerdem ist bei den behandelten Patienten das Risiko, dass eine HE wiederholt auftritt, um 60% niedriger.

Zusätzlich wurden geringere Ammoniakmengen im Blut nachgewiesen, was zeigt, dass die Ammoniak-Entgiftung tatsächlich gefördert werden kann.

Insgesamt konnte mit dieser Meta-Analyse gezeigt werden, dass die Behandlung mit L-Ornithin-L-Aspartat (Hepa-Merz®) bei Patienten mit einer Leberzirrhose auch zur Prophylaxe geeignet sein kann.

Quelle
Butterworth RF. Beneficial effects of L-ornithine L-aspartate for prevention of overt hepatic encephalopathy in patients with cirrhosis: a systematic review with meta-analysis. Metab Brain Dis. 2020;35(1):75-81.

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