Was ist eine hepatische Enzephalopthie?
Die hepatische Enzephalopathie (HE) umfasst alle Störungen der Hirnfunktion, die bei einer zugrundeliegenden Lebererkrankung wie z.B.... | mehr
Die Leber
Aktualisierungsdatum: 23.07.2026
Erste Anzeichen für Leberprobleme sind oft sehr unspezifisch, und viele Betroffene deuten frühe Warnsignale zunächst als Beschwerden anderer Erkrankungen. Dazu gehören z. B.:
Dadurch werden Lebererkrankungen häufig erst spät und eher zufällig entdeckt – etwa bei Blutuntersuchungen oder einem Ultraschall. Ein Überblick über mögliche Warnzeichen kann helfen, frühzeitig ärztlichen Rat zu suchen.
Ein häufiges Symptom bei chronischen Lebererkrankungen ist anhaltende Müdigkeit mit ausgeprägter Schläfrigkeit – viele Betroffene bringen diese Beschwerden zunächst nicht mit der Leber in Verbindung.
Hinzu können Leistungsabfall, verminderte Belastbarkeit und Konzentrationsstörungen kommen. Solche Symptome sind bereits bei ansonsten kompensierten, stoffwechselbedingten Fettlebererkrankungen möglich.
Lebererkrankungen verursachen nur indirekt Schmerzen, indem eine vergrößerte, geschwollene Leber Druck auf die sie umgebende Kapsel und benachbarte Strukturen ausübt. Meist äußert sich das als dumpfes, drückendes oder ziehendes Gefühl oder Schmerz direkt unter den rechten Rippen. Solche Beschwerden können aber auch andere Ursachen im Bauchraum haben und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Leber und Gallenblase arbeiten eng mit dem Verdauungstrakt zusammen. Frühe Stadien chronischer Lebererkrankungen können sich in Appetitlosigkeit, früher Sättigung, Übelkeit, Blähungen und Völlegefühl äußern.
In fortgeschrittenen Stadien können durch erhöhten Druck Krampfadern (Varizen) in Speiseröhre und Magen entstehen, die zu gefährlichen Blutungen im Verdauungstrakt führen können.
Veränderungen der Haut – sogenannte Leberhautzeichen – sind häufig die ersten eindeutigen Hinweise auf eine Lebererkrankung.
Sie haben viele mögliche Ursachen, weil die Leber an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist:
An welchen weiteren Funktionen die Leber beteiligt ist, erfahren Sie in unserem Artikel Die Leber: Anatomie, Funktion und Aufgaben.
Knotige und flächige Veränderungen des Bindegewebes der Handfläche führen dazu, dass vor allem Ring- und kleiner Finger dauerhaft gebeugt sind. Häufig sind beide Hände betroffen. Die Dupuytren’sche Kontraktur tritt nicht nur bei Lebererkrankungen auf, wird aber bei Menschen mit langjährigem Alkoholkonsum und bestimmten Lebererkrankungen häufiger beobachtet.
Bei der „Geldscheinhaut“ fallen feine, netzartige, rötliche Gefäße vor allem am Rumpf auf. Der Name rührt daher, dass dieses Gefäßmuster an die feine Textur eines Geldscheins erinnert.
Die typische Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und der Augen ist eines der auffälligsten Merkmale einer Lebererkrankung. Ursache ist die Ansammlung von Bilirubin in der Haut – einem gelben Gallenfarbstoff, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht.
Die Ansammlung von Gallensäuren und anderen Stoffen in der Haut kann zu starkem Juckreiz führen. Häufig beginnt er an den Handflächen und Fußsohlen und kann sich auf den ganzen Körper ausbreiten. Durch das Kratzen – besonders nachts – entstehen typische Kratzspuren und Krusten.
Lebersternchen sind sternförmige, rote Gefäßerweiterungen auf der Haut. Sie treten meist im Gesicht, am Hals oder auf der Brust auf. In der Mitte sieht man einen kleinen roten Punkt, von dem sich feine Gefäße spinnenartig ausbreiten – deshalb der Name Spider naevi. Eine größere Anzahl von Lebersternchen kann ein Hinweis auf eine fortgeschrittene Lebererkrankung sein.
Bei einer geschädigten Leber können blaue Flecken schon bei kleinen Stößen auftreten, weil die Blutgerinnung nicht mehr normal funktioniert. Die Leber bildet weniger Blutgerinnungsfaktoren und oft liegen zusätzlich zu wenige Blutplättchen vor. Zusammen führt das dazu, dass kleine Blutungen in der Haut leichter entstehen und länger nachbluten und sich als Hämatome („blaue Flecken“) zeigen.
Die Fingernägel können sich im Rahmen von Lebererkrankungen verändern. Das hängt unter anderem mit einer veränderten Durchblutung und einem Mangel an Bluteiweiß (Albumin) zusammen.
Die Nägel können
Das Palmaerythem bezeichnet eine fleckige Rötung der Handflächen, vor allem im Bereich des Daumen- und Kleinfingerballens. Schmerzen treten nicht auf, die Haut kann sich jedoch warm anfühlen. Ähnlich kann auch die Fußsohle betroffen sein; dann spricht man von einem Plantarerythem.
Strukturelle Veränderungen bei Lebererkrankungen können sich auch an Lippen und Zunge zeigen. Im späteren Verlauf schwerer Lebererkrankungen wirken Lippen und Zunge oft glatt, stark gerötet und glänzend (sogenannte Lacklippen, Lackzunge), weil sich die Schleimhaut und die feinen Erhebungen auf der Zunge (Zungenpapillen) zurückbilden. Häufig sind zusätzlich die Mundwinkel eingerissen.
Bei Männern kann Brustdrüsengewebe wachsen, sodass die Brust weiblicher erscheint. Ursache ist ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone, weil die geschädigte Leber Hormone nicht mehr wie gewohnt abbaut – neben anderen möglichen Auslösern.
Brust und Bauchbehaarung können bei Männern spärlicher werden, die Behaarung ähnelt eher einem weiblichen Muster. Auch hier spielt ein gestörtes Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen bei chronischen Lebererkrankungen eine Rolle.
Die Ausscheidungen geben oft Hinweise auf den Zustand der Leber. Der gestörte Abbau von Bilirubin verfärbt den Stuhl hell und lehmfarben. Da der Körper das Bilirubin nun anderweitig loswerden muss, wird es über die Nieren ausgeschieden. Der Urin färbt sich dadurch auffällig dunkelbraun.
Wenn bei einer fortgeschrittenen Lebererkrankung die Produktion oder Ausscheidung von Galle nachlässt oder fehlt, können Fette aus der Nahrung nicht mehr richtig verdaut werden. Es kommt zu übelriechenden, schmierigen und voluminösen Fettstühlen (Steatorrhö).
Bei einer Leberzirrhose kommt es häufig dazu, dass Betroffene ungewollt Gewicht verlieren und Muskelmasse verlieren. Verminderter Appetit, Verdauungsstörungen und weniger Bewegung führen dazu, dass der Körper auf Muskelmasse als Energiequelle zurückgreift. Auf Dauer führt das zu sichtbarem Muskelschwund (z.B. dünnere Arme und Beine, eingefallene Wangen), was die Belastbarkeit einschränkt und den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen kann.
Bei einer fortgeschrittenen Lebererkrankung (z.B. Zirrhose, dekompensierte Zirrhose oder akutes Leberversagen) gibt es wichtige Warnzeichen, die zusätzlich zu den früheren, unspezifischen Beschwerden auftreten können und die Betroffene kennen sollten. Nicht alle davon sind von Patienten auf den ersten Blick eindeutig zu erkennen.
Wenn die Leber durch Narbengewebe verhärtet ist, kann das Blut nicht mehr gut hindurchfließen. Dadurch steigt der Druck in der Pfortader (portale Hypertonie) und das Blut sucht sich Umwege über andere Venen. So entstehen Krampfadern (Varizen) in Speiseröhre und Magen. Diese können platzen und reißen und starke, lebensgefährliche Blutungen verursachen.
Ein plötzlich „dicker“, gespannter Bauch kann auf Bauchwasser (Aszites) hinweisen.
Auch geschwollene Knöchel, Füße oder Unterschenkel können ein Zeichen dafür sein, dass sich Flüssigkeit im Körper staut.
Schwarz‑teeriger Stuhl, Bluterbrechen oder plötzlich einsetzende starke Schwäche und Schwindel sind mögliche Hinweise auf eine innere Blutung.
Das ist ein medizinischer Notfall und muss sofort in der Notaufnahme behandelt werden.
Wenn Betroffene selbst oder auch Angehörige bemerken, dass jemand auffallend vergesslich, langsamer, verwirrt oder ungewöhnlich schläfrig wirkt, kann das mit einer schweren Leberfunktionsstörung zusammenhängen. Auch eine Umkehr von Tag und Nacht oder Bewusstseinsstörungen sind möglich. Fachleute sprechen dann von einer sogenannten hepatischen Enzephalopathie.
Erfahren Sie mehr über die hepatische Enzephalopathie in unserem Artikel Hepatische Enzephalopathie: Symptome, Verlauf & Lebenserwartung.
Wichtig: Wenn eines dieser Warnzeichen bei Ihnen oder Ihren Angehörigen neu auftritt oder sich deutlich verschlechtert, suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe – im Zweifel direkt die Notaufnahme.
Da Lebererkrankungen lange stumm verlaufen können, stützt sich die Diagnose auf ein Zusammenspiel mehrerer Untersuchungen. Der Ablauf folgt typischerweise diesen Schritten:
1 Ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung
Der Arzt fragt zunächst nach Beschwerden, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten und Lebensgewohnheiten (z.B. Alkoholkonsum). Anschließend wird der Bauchraum abgetastet. Eine geschädigte Leber kann sich verhärtet anfühlen, außerdem können eine vergrößerte Milz oder Anzeichen von Bauchwasser (Aszites) auffallen.
2 Bildgebende Untersuchungen
Der Ultraschall ist das wichtigste, schmerzfreie Erstverfahren. Auf den Bildern lässt sich unter anderem erkennen, ob die Leber vergrößert oder verkleinert, heller (verfettet) oder knotig umgebaut ist und ob sich bereits freies Wasser im Bauchraum (Aszites) angesammelt hat. So können sowohl frühe als auch fortgeschrittene strukturelle Veränderungen erfasst werden. Bei unklaren Befunden kommen Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz.
3 Blutwerte
Laborwerte zeigen, wie gut die Leber noch arbeitet und helfen, die Ursache einzugrenzen. Typisch für eine fortgeschrittene Lebererkrankung sind abfallende Syntheseleistungen – etwa zu wenig Albumin und Gerinnungsfaktoren – sowie ein Anstieg von Abbauprodukten wie Bilirubin. Je nach Grunderkrankung können zusätzlich Entzündungswerte, Virusmarker oder Autoantikörper verändert sein. Bei fortgeschrittener Schädigung können auch Stoffwechselprodukte wie Ammoniak zunehmen. Mehr über die Bedeutung von Blutwerten als Anzeichen für Leberprobleme erfahren Sie in unserem Artikel Leberwerte im Blutbild: Bedeutung, Normwerte & Senkung.
4 Elastographie
Bei auffälligem Ultraschall oder Risikofaktoren kann eine Elastographie die Steifigkeit des Lebergewebes messen. Vereinfacht gilt: Je härter die Leber, desto weiter ist eine Vernarbung (Leberfibrose oder -zirrhose) fortgeschritten.
5 Gewebeentnahme (Leberbiopsie)
Wenn trotz der genannten Untersuchungen Fragen offenbleiben oder die genaue Einordnung wichtig ist, kann eine kleine Gewebeprobe aus der Leber entnommen werden. Unter dem Mikroskop lassen sich Art und Ausmaß der Schädigung genauer beurteilen, etwa ob nur eine fortgeschrittene Fibrose oder bereits eine ausgeprägte Zirrhose vorliegt oder es können histologische Untersuchungen von Tumorgewebe vorgenommen werden.
All diese Untersuchungen dienen dazu, Ursache, Ausmaß von Schädigungen, und Prognose abzuschätzen. Darauf basierend werden eventuelle Therapiemaßnahmen festgelegt.
Das lässt sich nicht generell sagen. Die Haut kann verschiedene Veränderungen aufweisen, die auftreten können, aber nicht müssen. Das ist auch vom individuellen Patienten und dem Verlauf der Lebererkrankung abhängig sind. Auffälligste Zeichen könnten Gelbsucht, rote Hand- oder Fußflächen oder Lebersternchen sein.
Störungen der Leberfunktion können Durchblutungsstörungen an Hand- und Fußflächen auslösen, sog. Erythema palmoplantare symptomaticum. Diese können sich warm anfühlen, besonders wenn sich die Hände oder Füße in einer bereits warmen Umgebung befinden.
Ja. Übelkeit kann ein Begleitsymptom einer gestörten Leber sein.
Die Leber arbeitet eng mit dem Verdauungstrakt zusammen. Blähungen können ein Symptom einer Lebererkrankung sein, aber auch durch krankheitsbegleitende Verdauungsstörungen ausgelöst werden.
Leberentzündungen lösen die gleichen Symptome wie andere Lebererkrankungen aus. Akut auftretende Leberentzündungen (z. B. bei Infektion mit einem Hepatitisvirus) können asymptomatisch verlaufen oder sich zunächst in Abgeschlagenheit, Verdauungsstörungen und Übelkeit bemerkbar machen.
Ja. Lebererkrankungen können auch Durchfall auslösen.
Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen sammeln sich Gallensäuren und andere Abbauprodukte in der Haut an und führen zu Juckreiz. Dieser fängt meist an den Hand- und Fußflächen an und breitet sich dann auch den restlichen Körper aus.
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine individuelle ärztliche Beratung.