Diagnose

Durch eine sorgfältige Diagnose können Lebererkrankungen frühzeitig erkannt werden. Läßt sich durch Anamnese, die körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen keine eindeutige Diagnose stellen, sollten spezielle bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

Diagnose Lebererkrankung: Symptome frühzeitig erkennen und behandeln

In vielen Fällen bleiben Lebererkrankungen lange Zeit unentdeckt. Das liegt daran, dass das Organ selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt und Symptome häufig nicht eindeutig sind. Durch eine sorgfältige Diagnose können Lebererkrankungen jedoch frühzeitig erkannt werden. Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen mögliche Symptome einer Lebererkrankung und stellen Ihnen die verschiedenen Diagnoseverfahren vor.

Symptome einer Lebererkrankung ernst nehmen

Ständige Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, chronischer Juckreiz oder auch häufiges Nasenbluten – viele mögliche Anzeichen einer Erkrankung der Leber werden oft als „Alltagsbeschwerden“ eingestuft und nicht immer ernst genommen. Sie können aber durchaus erste Hinweise auf eine Lebererkrankung sein.

Typische Symptome bei Lebererkrankungen

Das bekannteste und auch für den Laien augenfälligste Merkmal einer Lebererkrankung ist die Gelbsucht. Die typische Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und vor allem der Augen entstehen durch eine Ansammlung des gelben Gallenstoffes (Bilirubin) im Blut und im Gewebe.

Am häufigsten klagen leberkranke Menschen über allgemeine Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebsschwäche, Schwächegefühl und Lustlosigkeit. Die ursächlichen Zusammenhänge sind allerdings bislang nur teilweise bekannt.

Auch ein „geblähter Bauch“, also eine Luft- bzw. Gasansammlung im Darm, die mehr oder weniger unangenehme Beschwerden verursacht, kann ein Symptom für eine Lebererkrankung sein.

Vor allem bei einer Leberzirrhose kann sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle ansammeln; der Leib wölbt sich dabei nach außen. Die sogenannte Bauchwassersucht oder auch Aszites ist eine Komplikation der Leberzirrhose und tritt meist erst in späteren Stadien der Lebererkrankung auf.

Manche Patienten leiden unter einem Druck- oder dumpfen Schmerzgefühl auf der rechten Oberbauchseite in der Gegend über der Leber. Meist sind diese Schmerzen von starken Blähungen begleitet. Diese Schmerzempfindungen gehen zum Teil von der Leberkapsel aus, da die Leber selbst keine Schmerznerven besitzt.

Ein auffallendes Krankheitszeichen bei fast allen akuten und fortgeschrittenen Leberkrankheiten ist der mangelnde Appetit. Die Patienten nehmen ausgesprochen wenig Nahrung zu sich und verlieren stark an Gewicht, wenn nicht durch eine Wasseransammlung im Bauch oder in den Beinen (Ödem) ein höheres Körpergewicht vorgetäuscht wird.

Hat sich eine Rückstauung der Gallenflüssigkeit in die Leber und schließlich auch ins Blut entwickelt, so kann ein quälender Juckreiz entstehen. Er wird durch Gallensäuren und andere, zum Teil noch unbekannte Gallen-Bestandteile, verursacht, die sich infolge der Stauung im Blut anhäufen und daraufhin in der Haut ablagern.

Als Folge des bei der Leberzirrhose erhöhten Blutdrucks in der Pfortader kann es zur Ausbildung von Krampfadern an der unteren Speiseröhre und im Magen sowie zu Hämorrhoiden kommen. Diese stark erweiterten Venen haben die Aufgabe, Blut von der jetzt unter höherem Druck stehenden Pfortader in den Körperkreislauf umzuleiten und dadurch den erhöhten Druck in der Pfortader zu senken. Sie dienen sozusagen als Umgehungsstraßen. Bei Verletzung solcher Gefäße, vor allem der Krampfadern an der Speiseröhre, können schwere lebensgefährliche Blutungen auftreten.

Chronische Lebererkrankungen können bei Frauen dazu führen, dass die Monatsblutungen unregelmäßig werden oder auch für längere Zeit ganz ausbleiben. Wenn sich die Leberfunktion durch eine entsprechende Behandlung bessert, normalisiert sich meist auch der Monatszyklus wieder. Bei Männern werden Potenzstörungen und eine Schwellung der Brustdrüse (Gynäkomastie) beobachtet.

Neben den oben genannten Symptomen gibt es auch noch diverse Leberhautzeichen, die auf eine Erkrankung der Leber schließen lassen. Nicht jedes Symptom muss eine ernsthafte Ursache haben, aber die Ursache muss abgeklärt werden – je früher dies geschieht, desto besser. Zögern Sie also nicht, vor allem bei der Häufung mehrerer Symptome, einen Arzt aufzusuchen.

Diagnose Lebererkrankung: Untersuchungsmethoden

Eine frühzeitige Diagnose einer Lebererkrankung kann entscheidend sein. Denn erst, wenn die Ursache gefunden wurde, kann mit der Behandlung begonnen und die Beschwerden der Patienten können gelindert werden. Um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können, greifen Ärzte auf unterschiedlichste Behandlungsmethoden zurück:

  • Körperliche Untersuchung (z.B. Abtasten, Abklopfen)
  • Blutuntersuchungen
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie bzw. Magnetresonanzangiographie
  • Gefäßdarstellung (Angiographie)
  • Gewebeentnahme (Leberblindpunktion)
  • Direkte Ansicht der Leber, ggfs. Gewebeentnahme unter Sichtkontrolle (Bauchspiegelung)

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