Leberkrebs: Ursachen, Symptome & Behandlung

Arzt erklärt Lebererkrankung anhand eines Modells – hepatische Enzephalopathie als Folge von Leberzirrhose

Aktualisierungsdatum: 23.07.2026

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursprung: Mit Leberkrebs ist meist das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) – ein bösartiger Tumor – gemeint, der aus den Leberzellen hervorgeht. In der Leber können sich allerdings in Folge von Tumoren in anderen Organen auch Metastasen bilden.
  • Symptome & Früherkennung: Im Frühstadium verursacht die Erkrankung selten Beschwerden. Symptome wie Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbsucht (Ikterus) und Bauchwasser (Aszites) bilden sich erst im Verlauf aus. Personen mit bekannten Risikofaktoren sollten sich regelmäßig auf Leberkrebs untersuchen lassen.
  • Heilungschancen: Die besten Heilungschancen bestehen bei einer Lebertransplantation. Bei allen Therapieoptionen besteht die Chance von Rezidiven.
  • Therapie: Eine Lebertransplantation ist Therapieoption erster Wahl, danach folgen chirurgische Optionen. Arzneimittel der Wahl sind moderne Immuntherapeutika und Enzyminhibitoren. Klassische Chemotherapien werden nur selten eingesetzt.

Was ist Leberkrebs?

Leberkrebs bezeichnet bösartige Tumoren, die in der Leber selbst oder in den Gallengängen der Leber entstehen. Die häufigste Form ist das hepatozelluläre Karzinom (HCC); es geht aus den eigentlichen Leberzellen hervor und macht in Europa je nach Quelle etwa 60 bis 80 Prozent der primären bösartigen Lebertumoren aus, ein weiterer Teil entfällt auf Tumoren der Gallengänge (cholangiogene Karzinome).

Krebsherde in der Leber können aber auch entstehen, wenn andere Krebserkrankungen – zum Beispiel Darm‑, Lungen‑ oder Brustkrebs – über das Blut in die Leber streuen. Diese sogenannten Lebermetastasen bestehen nicht aus Lebergewebe, sondern aus Zellen des ursprünglichen Tumors.

Was sind die ersten Anzeichen bei Leberkrebs?

Wie auch bei anderen Lebererkrankungen ist auch Leberkrebs im Frühstadium unauffällig. Symptome treten erst im Verlauf der Krebserkrankung auf. Wird im Rahmen einer bestehenden Lebererkrankung – wie einer Leberzirrhose – zusätzlich Leberkrebs diagnostiziert, können bereits verschiedene Symptome bestehen, je nach Verlauf der Grunderkrankung.

Warum wird der Tumor oft spät entdeckt?

Weil mögliche Symptome zunächst ausbleiben oder denen anderer Leberkrankungen gleichen, kann ein Tumor daher über Jahre hinweg unentdeckt heranwachsen. Eine gezielte Früherkennung mittels regelmäßiger Ultraschalluntersuchungen für Risikopatienten ist wichtig, um den Krebs in einem frühen Stadium mit besserer Prognose zu entdecken. Zu Risikopatienten gehören beispielsweise Personen mit einer Leberzirrhose oder chronischen Hepatitis B-Infektion.

Für mehr Informationen zu ersten Anzeichen von Lebererkrankungen und über die Leberzirrhose, besuchen Sie unsere Artikel Die Warnsignale der Leber: Symptome & Diagnostik sowie Leberzirrhose: ein Überblick.

Wie entsteht Leberkrebs?

Über 80 Prozent aller hepatozellulären Karzinome betreffen Patienten mit einer bestehenden Leberzirrhose – sie macht die Hauptursache für HCC aus. Die ständige Zellschädigung und Regeneration begünstigen das Entstehen von DNA-Schäden und folglich Krebs.

Die chronische Hepatitis B-Infektion spielt auch ohne bestehende Leberzirrhose eine bedeutende Rolle als Risikofaktor für hepatozelluläre Karzinome. Hinzu kommen das Rauchen und verschiedene Stoffwechselerkrankungen, die mit Leberschädigungen einhergehen – wie Porphyrie oder Hämochromatose.

Für Karzinome der Gallenwege oder der Gallenblase sind das Alter und Fehlbildungen der Gallenwege ebenfalls bedeutende Risikofaktoren.

Generell gilt: chronische Entzündungen der Leber und Gallengänge – auch im Rahmen einer Fettleber, Cholangitis oder Autoimmunhepatitis – steigern das Risiko für Leberkrebs.

Der Lebensstil spielt eine zentrale Rolle in der Leberkrebsvorsorge: Ein gesunder Alltag mit viel Bewegung (Sport) und einer ausgewogenen Ernährung hilft, Übergewicht abzubauen und Lebererkrankungen vorzubeugen. Verzicht auf Alkohol streicht einen weiteren wichtigen Risikofaktor.

Eine effektive Vorsorgemaßnahme stellen auch die Impfungen gegen Hepatitis A und B dar. Beide Impfungen bieten nach Grundimmunisierung einen langfristigen Schutz – die Hepatitis B-Impfung schützt zusätzlich vor Hepatitis D. Eine Impfung für Hepatitis C gibt es nicht, diagnostizierte Hepatitis C-Infektionen sind aber durch moderne antivirale Therapien in der Regel heilbar.

Wenn Sie mehr über einen leberfreundlichen Lebensstil erfahren möchten, besuchen Sie unseren Artikel Leber entgiften: Fakten & Mythen.

Diagnostik: Kann man Leberkrebs an Blutwerten erkennen?

Es gibt keinen einzelnen Blutwert, der Leberkrebs sicher nachweist. Blutwerte liefern jedoch wichtige Hinweise auf Zustand und Funktion der Leber. Die primäre Diagnostik erfolgt durch bildgebende Untersuchungen und Biopsien.

Mehr Informationen zum Thema Leberwerte erfahren Sie in unserem Artikel Leberwerte im Blutbild: Bedeutung, Normwerte & Senkung.

Die Abdomen-Sonografie (Ultraschall) ist das wichtigste Werkzeug der Früherkennung. Ergänzend kann eine Bestimmung von Alpha-Fetoprotein (AFP) vorgenommen werden – erhöhte Werte dieses Biomarkers weisen auf ein HCC hin. Zusätzlich zur Bestimmung von AFP, können weitere Leberwerte erhoben werden, die dem Arzt einen Überblick über Zustand und Funktion der Leber verschaffen.

Weitere Details zur Bedeutung und Interpretation Ihrer Blutwerte finden Sie in unserem Artikel zu Leberwerten: https://www.leber-info.de/die-leber/leberwerte/

Verdächtige Befunde in der Sonographie oder erhöhte AFP-Werte werden durch eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) genauer untersucht und abgesichert. Darauf kann die Entnahme von Gewebeproben (Leberbiopsie) durch die Haut mit einer dünnen Nadel erfolgen, um eine Einordnung des Tumors vornehmen zu können. So kann der Tumor auf eine bestimmte Krebserkrankung eingegrenzt werden und der Ursprung bestimmt werden, sollte es sich um Metastasen handelt. Davon können die weiteren Therapieentscheidungen abhängen.

Die Diagnostik von Leberkrebs entspricht im Großen und Ganzen der Vorgehensweise der Früherkennung. Zur prognostischen Beurteilung (Staging) soll noch ein separates Kontrastmittel-CT des Bauchraumes vorgenommen werden. Spezielle Laboruntersuchungen zur Aufdeckung genetischer oder metabolischer Charakteristiken der Tumorzellen sind möglich, aber nicht zwingend nötig.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Leberkrebs?

Für die Einteilung von Leberkrebs in Krankheitsstadien (Staging) empfehlen Fachgesellschaften das Barcelona Clinic Liver Cancer (BCLC)‑System. Dieses berücksichtigt nicht nur den Tumor selbst (Größe, Anzahl, Ausbreitung), sondern auch die Leberfunktion, den allgemeinen Gesundheitszustand und weitere medizinische Faktoren – je nach BCLC‑Stadium unterscheidet sich die Prognose deutlich.

Generell gilt: Wird Leberkrebs nicht behandelt, kann sich der Tumor weiter ausbreiten und andere Organe befallen, während die Leberfunktion zunehmend nachlässt. Wie der Verlauf im Einzelfall aussieht, hängt vor allem vom Zeitpunkt der Diagnose, vom Allgemeinzustand, von Begleiterkrankungen, vom Alter sowie davon ab, ob eine Lebertransplantation oder andere wirksame Therapien möglich sind.

BCLC-Stadium
Definition
Stadium 0 (sehr früh)
Einzelne Leberläsion ≤ 2 cm; erhaltene Leberfunktion; normaler Allgemeinzustand
Stadium A (früh)
Einzelne oder bis zu 3 Leberläsionen ≤ 3 cm; erhaltene Leberfunktion; normaler Allgemeinzustand
Stadium B (intermediär)
Zahlreiche Leberläsionen; erhaltene Leberfunktion; normaler Allgemeinzustand
Stadium C (fortgeschritten)
Ausbreitung des Tumors in die Pfortader und/oder außerhalb der Leber; reduzierter Allgemeinzustand
Stadium D (terminal)
Ausbreitung des Tumors im gesamten Körper möglich, Leberinsuffizienz im Endstadium, stark reduzierter Allgemeinzustand

Wie erfolgt die Therapie von Leberkrebs?

Bereits bei der Diagnose wird von einem interdisziplinären Team (Tumorboard) die Entscheidung getroffen, ob eine Heilung angestrebt wird (kurativ) oder die Erhaltung der Lebensqualität und Linderung von Symptomen im Vordergrund steht (palliativ). In beiden Situationen kommen – je nach Befund – Operation, lokale Verfahren und medikamentöse Therapien allein oder kombiniert zum Einsatz.

Bei der Therapie von hepatozellulären Karzinomen gibt es verschiedene Optionen. Generell sollte die Möglichkeit einer Transplantation in Betracht gezogen werden – dabei gibt es aber strenge Kriterien, wie die Abwesenheit von Metastasen und das Vorliegen einer Leberzirrhose. Bei bestehender, stark ausgeprägter Leberzirrhose bietet eine Lebertransplantation die Chance, sowohl den Tumor als auch die kranke Leber zu entfernen. Es ist zu beachten, dass nicht jeder Patient für eine Lebertransplantation in Frage kommt.

Die chirurgische Entfernung des betroffenen Abschnitts der Leber (Leberresektion) kann erfolgen, sofern die verbleibende Leber noch gut funktioniert und bei lokaler Begrenzung des Tumors. Vorher sollten eventuelle Komplikationen – wie portale Hypertonie oder Aszites – ausgeschlossen oder behandelt sein.

Bei den ablativen Verfahren handelt es sich um lokal begrenzte Methoden zur Verödung einzelner, begrenzter Tumore durch thermische Verfahren oder lokale Injektion hochwirksamer Arzneistoffe.

Thermische Verfahren sind die Radiofrequenzablation (RWA) und die Mikrowellenablation (MWA). Bei beiden wird unter CT-Kontrolle in Vollnarkose eine Sonde durch die Haut im Tumor platziert. Durch elektromagnetische Impulse (RWA) oder Anlegen von Strom (MWA) wird das umliegende Gewebe kontrolliert zerstört.

Bei der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) wird unter lokaler Betäubung ein Katheter durch die Leistenarterie in die Leberarterie geschoben. Von dort ausgehend dringen Mikrokatheter in die den Tumor versorgenden Blutgefäße vor und injizieren ein Arzneistoffgemisch, welches die Blutgefäße verschließt. Dem Tumor wird also die Versorgung abgeschnitten.

Die ablativen Verfahren haben den Vorteil, dass es sich um recht kurze Eingriffe ohne lange Krankenhausaufenthalte. Sie können auch im Vorfeld einer größeren Operation zur Kontrolle der Tumorlast eingesetzt werden.

Die medikamentöse Behandlung eines HCC beginnt heute häufig mit einer Kombination aus zwei modernen Wirkstoffen:

  1. Einem Immuntherapeutikum, welches den Tumor dem Immunsystem zugänglich macht, und
  2. Einem Antikörper gegen die Blutgefäße des Tumors.

Wenn diese Behandlung nicht möglich ist – etwa wegen Vorerkrankungen, Blutungsrisiko oder schlechter Verträglichkeit – kommen sogenannte Tyrosinkinasehemmer in Tablettenform oder eine alleinige Immuntherapie zum Einsatz.

Sprechen die Tumorzellen auf die erste Therapie nicht mehr an oder treten zu starke Nebenwirkungen auf, wird auf eine Zweitlinientherapie umgestellt. Hier stehen vor allem weitere Tablettenmedikamente zur Verfügung, die in anderer Weise in das Wachstum von Tumorzellen und ihre Blutversorgung eingreifen.

Welche Folgebehandlung gewählt wird, hängt davon ab, welches Medikament zuerst eingesetzt wurde, wie gut die Leber noch arbeitet und welche Begleiterkrankungen vorliegen. Die Entscheidung trifft in der Regel ein interdisziplinäres Tumorboard, um für jeden Patienten eine möglichst passende und verträgliche Behandlung zu finden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Leberkrebs

Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Ob Lebermetastasen heilbar sind, hängt vor allem von der Art und Ausbreitung des Ursprungstumors, der Anzahl und Lage der Metastasen sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.

In ausgewählten Fällen können Metastasen operativ entfernt oder mit lokalen Verfahren (z.B. Radiofrequenzablation) so behandelt werden, dass eine langfristige Tumorfreiheit möglich ist.

Nein, Leberkrebs lässt sich nicht allein anhand von Blutwerten sicher feststellen. Eine gesicherte Diagnose erfolgt immer mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT); der Tumormarker Alpha‑Fetoprotein (AFP) kann zusätzliche Hinweise liefern und eignet sich vor allem zur Verlaufskontrolle, während andere Leberwerte eher den Funktionszustand der Leber widerspiegeln.

Leberkrebs gehört zu den Krebsarten mit einer insgesamt ungünstigen Prognose; in Deutschland liegt die relative 5‑Jahres‑Überlebensrate nach aktuellen Daten des Krebsregisters bei etwa 17 Prozent. Wie lange eine einzelne Patientin oder ein einzelner Patient mit Leberkrebs leben kann, hängt jedoch sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose (Früh‑ oder Spätstadium), vom Allgemeinzustand, von Begleiterkrankungen, vom Alter und von den vorhandenen Therapieoptionen (z.B. Operation, lokale Verfahren, medikamentöse Therapie, Transplantation) ab – eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich.

Quellenangaben

Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine individuelle ärztliche Beratung.

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Wirkstoff: Ornithinaspartat

Anwendungsgebiete:

Lebertherapeutikum zur Behandlung der latenten und manifesten hepatischen Enzephalopathie.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Warnhinweise:

Hepa-Merz® Granulat 3000 / Hepa-Merz® Granulat 6000 enthält Fructose. Nicht einnehmen bei hereditärer Fructose-Intoleranz.

Hepa-Merz® Granulat 3000 / Hepa-Merz® Granulat 6000 enthält Gelborange S (E110).