Frankfurt am Main, 01.01.2003
KÖLN (MedCon) – Selten wird ihr genügend Aufmerksamkeit zuteil, der Leber. Bis dann der (Haus-)Arzt "schlechte Leberwerte" feststellt und Zurückhaltung bei beziehungsweise Verzicht auf Alkohol verordnet. Doch nicht nur Alkoholkonsum/- missbrauch ist das reinste Gift für das kaum zu spürende Organ, auch aus der Umwelt droht Gefahr.
So geriet vor Jahren der bei der Fleckentfernung häufig eingesetzte Tetrachlorkohlenstoff in die Schlagzeilen, weil er auf Dauer die Leber zerstört. Inzwischen sind Warnhinweise auf den Flaschen und andere Maßnahmen getroffen worden, um solche gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Beim Einsatz von Tetrachlorkohlenstoff sollte man immer Vorsicht walten lassen, vor allem sollte das leicht flüchtige Mittel möglichst nicht eingeatmet werden - also Fenster auf und Lüften beim Gebrauch! Ähnliche Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden, wenn man - etwa am Arbeitsplatz - in Kontakt mit Vinylchlorid, einer Substanz bei der Kunststoffherstellung, kommt. Der Stoff kann zur Vermehrung des Bindegewebes in der Leber führen.
Aber auch Medikamente können die Leberfunktion beeinträchtigen und sie auf lange Sicht schädigen, denn die Leber spielt bei der Verstoffwechselung eine große Rolle. Die meisten Präparate sind nicht wasser-, sondern fettlöslich. Die Leber wandelt sie deshalb in wasserlösliche Komponenten um, damit sie über die Niere oder Galle wieder ausgeschieden werden können.
Bei diesem Prozess können Abbauprodukte entstehen, die der Leber auf Dauer schlecht bekommen. In fast allen Medikamentengruppen lassen sich solche leberschädigenden Substanzen finden, etwa bei Tuberkulose- oder Narkosemitteln, aber auch bei Antibiotika oder Psychopharmaka, weist der Hepatologe Prof. Dr. Heinrich Liehr in seinem Ratgeber hin. Deshalb sollten Medikamente grundsätzlich nur auf ärztliches Anraten und vor allem im langfristigen Gebrauch unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Auch (und nicht nur für die Leber) wichtig: Arzneimittel immer nur mit Wasser, nie mit Alkohol oder Fruchtsäften schlucken!
letzte Änderung 02. Februar 2012, 11:59 Uhr
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Stand: 05-Feb-2012, 02:48 AM
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