Frankfurt am Main, 23.03.2005
HEIDELBERG (MedCon) - Bei manchen Lebererkrankungen hilft nur noch die Transplantation - so auch bei der Wilson-Erkrankung, einer erblichen Stoffwechselkrankheit der Leber, bei der die Ausscheidung von Kupfer aus dem Körper gestört ist.
An der Universität Heidelberg feierte man jetzt zusammen mit einer der jüngsten Leber-Empfängerinnen, der elfjährigen Melanie, die Erweiterung des Transplantationszentrums. Melanie litt unter der Wilson-Erkrankung und wurde vor einem Jahr operiert.
Heidelberg hat das größte Op-Zentrum im süddeutschen Raum, das Lebertransplantationen für Erwachsene und Kinder anbietet, neben den Zentren in Hamburg, Berlin, Hannover und Essen im Norden der Republik.
"Wir werden diese Schwerpunkte weiter ausbauen und unseren Patienten Ortsnähe, Komfort und Kompetenz bei einem breiten Leistungsspektrum bieten", versprach Prof. Thomas Kraus, Leiter der dortigen Sektion Lebertransplantation. Fällt die Entscheidung für eine Transplantation und eine Spenderleber steht zur Verfügung, ist rasches Handeln gefragt. "Daher ist es wichtig, dass die Patienten in der Nähe ihres Heimatortes behandelt werden."
Im Falle von Melanie hofften die Ärzte zunächst, die Wilson-Krankheit mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Nach vier Wochen war klar, dass transplantiert werden musste. Das Mädchen hatte Glück. Die Ärzte konnten ihr eine gespendete Kinderleber einpflanzen.
"Steht keine passende Kinderleber zur Verfügung, können wir auch einen Teil der Leber eines verstorbenen Erwachsenen transplantieren", erläuterte Kraus. Die dritte Möglichkeit ist die Lebendspende eines Leberteils von Vater oder Mutter. Für Erwachsene ist diese Operation in Heidelberg längst möglich und wurde dort dreimal erfolgreich durchgeführt.
Inzwischen muss Melanie nur vierteljährlich zur Kontrolle nach Heidelberg. "Die Medikamente erinnern mich jeden Tag daran, dass ich transplantiert worden bin", erzählte die Schülerin, "sonst bin ich nur ab und zu etwas schlapp, aber es geht mir gut."
Das meinen auch die betreuenden Ärzte: "Die Prognosen bei Kindern, die wegen einer angeborenen Stoffwechselerkrankung transplantiert wurden, sind sehr gut. Mit modernen Medikamenten kann das Organ ein ganzes Leben lang funktionieren."
Quelle: Uni Heidelberg Januar 2005.
letzte Änderung 10. Mai 2012, 13:32 Uhr
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Stand: 18-May-2012, 11:27 AM
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