Fettleber deutet auf Risiko für Nierenerkrankung hin

Frankfurt am Main, 27.06.2008

DENVER (MedCon) - Für Patienten mit Typ-2-Diabetes kann die Erkrankung an der sogenannten nicht-alkoholischen Fettleber ein erhöhtes Risiko für eine diabetische Nierenerkrankung bedeuten. So lautete das Ergebnis einer Studie im Journal of the American Society of Nephrology.

„Wenn wir unter Patienten mit Typ-2-Diabetes diejenigen identifizieren könnten, die an einer nicht-alkoholischen Fettleber leiden, wüssten wir, welche Patienten eine intensivere Therapie benötigen, um ihr Risiko für ein Nierenleiden zu senken“, kommentieren Dr. Giovanni Targher von der Universität Verona in Italien und Dr. Michel Chonchol von der University of Colorado in Denver, USA, ihre Studienergebnisse.

Lebererkrankung treibt Risiko um 69 Prozent nach oben

Die beiden Forscher untersuchten die Beziehung zwischen Fettleber und Nierenerkrankung bei 1760 erwachsenen Italienern mit Typ-2-Diabetes. Eine Fettleber entsteht, wenn sich Fettablagerungen in der Leber anhäufen. Mit der Zeit kann die Erkrankung bis zur Leberzirrhose fortschreiten.

Patienten, bei denen die Fettleber durch übermäßigen Alkoholkonsum, eine Hepatitisinfektion oder Medikamente verursacht worden war, wurden von der Studie ausgeschlossen.

Zu Studienbeginn war die Nierenfunktion bei allen Patienten normal oder fast normal. Im Laufe einer Beobachtungszeit von sechseinhalb Jahren erkrankten 547 Studienteilnehmer an einem chronischen Nierenleiden.

Patienten mit Fettleber erkrankten häufiger als diejenigen ohne: Ihr Risiko für eine Nierenerkrankung war um 69 Prozent erhöht.

Gefährliche Botenstoffe aus der Leber schädigen die Nieren

„Die nicht-alkoholische Fettleber könnte aktiv an der Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung bei Typ-2-Diabetes beteiligt sein, möglicherweise werden von der Leber krankmachende Botenstoffe freigesetzt“, vermuten Targher und Chonchol. So könnte die Fettleber zum Beispiel Substanzen produzieren, die Entzündungen fördern und so zur Schädigung der Niere beitragen.

Die diabetische Nierenerkrankung ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Im Frühstadium erkannt, kann sie jedoch behandelt und das Fortschreiten bis zum Nierenversagen verzögert werden.

Fettleber könnte der Früherkennung von Nierenleiden dienen

Wenn sich die Verbindung zwischen Fettleber und Nierenerkrankung in weiteren Studien bestätigt, könnten Diabetespatienten mit hohem Risiko für eine Nierenschädigung schon frühzeitig intensiv behandelt werden, hoffen die Autoren. So könnte es möglich sein, die Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

Quelle: Erstellt von MedCon aus: Journal of the American Society of Nephrology, online veröffentlicht am 2. April 2008.

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