Kaffeegenuss scheint tatsächlich vor Leberkrebs zu schützen

Frankfurt am Main, 11.07.2008

HELSINKI (MedCon) - Eine große Studie bestätigt, dass der Genuss von Kaffee vor Leberkrebs schützen kann. Hohe Konzentrationen des Enzyms Gamma-Glutamyltransferase im Blut scheinen dagegen das Risiko für die Erkrankung zu erhöhen. Dies geht aus einem Artikel in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift Hepatology hervor.

Verantwortlich für diese neuen Erkenntnisse ist ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Gang Hu von der Universität von Helsinki. Finnen trinken mehr Kaffee als beispielsweise Amerikaner, Italiener oder andere Europäer, deshalb wählten Dr. Hu und seine Kollegen für ihre Studie 60.323 finnische Bürger zwischen 25 und 74 Jahren aus. Diese Finnen hatten zwischen 1972 und 2002 an verschiedenen Bevölkerungsbefragungen teilgenommen.

Wie viele Tassen trinken Sie?

Die Studienteilnehmer hatten alle einen Fragebogen zu ihrer Krankheitsgeschichte, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren, Ernährung und Lebensstil ausgefüllt. Für einen Teil der Teilnehmer lagen zudem medizinische Daten vor, darunter auch die Konzentrationen der Gamma-Glutamyltransferase im Blut. Informationen zu Krebserkrankungen erhielten die Forscher aus dem landesweiten finnischen Krebsregister.

Basierend auf der Frage „Wie viele Tassen Kaffee trinken Sie am Tag?“ wurden die Studienteilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt: keine bis eine Tasse, zwei bis drei Tassen, vier bis fünf Tassen, sechs bis sieben Tassen und acht oder mehr Tassen. Nach Ablauf einer Nachbeobachtungszeit von etwa 19 Jahren waren 128 der Studienteilnehmer an Leberkrebs erkrankt.

Biologische Grundlagen sind noch unbekannt

Die Wissenschaftler stellten fest, dass ein umgekehrter Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für Leberkrebs bestand: Je mehr Kaffee eine Person trank, desto geringer war ihr Risiko für Leberkrebs.

Eine Erklärung haben die Autoren nicht: „Die biologischen Mechanismen, die dem Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für Leberkrebs zugrunde liegen, sind unbekannt“, heben sie hervor.

Weiterhin ergab die Auswertung der Daten, dass hohe Konzentrationen des Enzyms Gamma-Glutamyltransferase im Blut das Risiko einer Person, an Leberkrebs zu erkranken, erhöhten. „Doch der umgekehrte Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für Leberkrebs blieb bestehen - ganz gleich, welche Konzentrationen an Gamma-Glutamyltransferase jemand im Blut hatte“, berichten Hu und seine Kollegen.

Quelle: Erstellt von MedCon aus: Hepatology 2008; 48 (1): 129-36.

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Stand: 05-Feb-2012, 03:50 AM
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