Frankfurt am Main, 17.09.2008
FREIBURG (MedCon) – Etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland sind chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Ob eine Behandlung der Infektion sinnvoll ist, hängt nicht nur von der Konzentration der Viren im Blut ab. Entscheidend sei das Risiko, ob langfristig eine Vernarbung der Leber, die Leberzirrhose, drohe, schreibt Prof. Robert Thimme von der Universität Freiburg in der Fachzeitschrift DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift.
Eine Leberzirrhose, ein narbiger Umbau von Lebergewebe, führt unbehandelt zu Leberkrebs oder durch Leberversagen zum Tod. „Eine chronische Hepatitis B geht bei 20 bis 30 Prozent der Patienten in eine Leberzirrhose über“, erklärt Thimme. Diese Patienten müssten rechtzeitig behandelt werden, wofür heute mehrere Medikamente zur Verfügung stünden.
Die Therapie einer chronischen Hepatitis B-Infektion ist langwierig, deshalb müssen Ärzte die Patienten finden, bei denen sich die Viren besonders stark vermehren; dies weist auf eine drohende Schädigung der Leber hin.
Eine Möglichkeit besonders gefährdete Patienten aufzudecken, sei der Nachweis von Virusgenen, so Prof. Thimme. Die Gene bestimmen die Viruslast und damit die Gefährdung. Allerdings sei diese Methode bisher erst in Studien in Ostasien erprobt worden, bisher sei noch nicht klar, ob sich die Ergebnisse dieser Untersuchungen auch auf Deutschland übertragen lassen.
Neben der Viruslast müssen auch andere Risikofaktoren berücksichtigt werden: Alkoholkonsum, Fettstoffwechselstörungen, Alter und Geschlecht des Patienten haben Einfluss auf die individuelle Gefährdung. So geht eine Hepatitis B-Infektion beispielsweise bei Männern häufiger in eine Leberzirrhose über als bei Frauen.
Quelle: Erstellt von MedCon aus DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift, 2008; 133 (30): S. 1589-1591.
letzte Änderung 10. Mai 2012, 13:32 Uhr
produced by GPM mbH
URL: http://www.leber-info.de/meldungen/detail_194.jsp
Stand: 18-May-2012, 11:31 AM
© 2012 leber-info.de. Alle Rechte vorbehalten.