Apfel- oder Birnenform? Egal! Das Fett in der Leber ist entscheidend

Frankfurt am Main, 13.01.2009

ST. LOUIS (MedCon) – Jahrelang wurde für Menschen mit einer eher birnenförmigen Figur, also solchen mit dickeren Hüften und einem dickeren Hinterteil, Entwarnung gegeben. Sie seien weniger für Bluthochdruck und Herzerkrankungen gefährdet als Menschen mit einem eher apfelförmigen Körper, bei denen sich also Fettpölsterchen vor allem im Bauchbereich ansammeln. Neue Studienergebnisse zeigen jedoch, dass es in Wirklichkeit eher überschüssiges Fett in der Leber ist, dass die Probleme verursacht.

In zwei Studien zeigten Dr. Samuel Klein und seine Kollegen von der Washington University School of Medicine in St. Louis, dass zu viel Fett in der Leber der wirkliche Grund ist für Insulinresistenz, Cholesterinanomalien und andere Probleme, die zur Entstehung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Bei überschüssigen Fettablagerung in der Leber spricht man von einer nicht-alkoholischen Fettleber.

Zuviel Leberfett verursacht Stoffwechselstörungen

Die Wissenschaftler verglichen zwei Gruppen fettleibiger Jugendlicher: solche mit nicht-alkoholischer Fettleber und solche ohne überschüssiges Fett in der Leber. Sie stellten fest, dass die Jugendlichen mit nicht-alkoholischer Fettleber auch Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels aufwiesen, wie zum Beispiel einen zu niedrigen Spiegel an „gutem“ HDL-Cholesterin. Die Jugendlichen ohne Fettleber zeigten keine solchen Stoffwechselprobleme. Ein birnen- oder apfelförmiger Körper spielte dabei keine Rolle, das Fett in der Leber war das Problem..

In einer zweiten Studie fanden Klein und sein Team heraus, dass Personen mit nicht-alkoholischer Fettleber auch größere Mengen an Fettsäuren im Blut hatten, die wiederum mit erhöhten Blutfettwerten und Insulinresistenz (einer Vorstufe von Typ-2-Diabetes) zusammenhingen.

Intensiv gegen überflüssige Pfunde angehen

„Bei diesen heranwachsenden Kindern mit nicht-alkoholischer Fettleber sprechen verschiedenste Organe nicht mehr auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin an“, erklärte Klein. „Die Leber und die Muskeln werden resistent gegen Insulin.“

Die Studienergebnisse zeigten, dass für Kinder und Erwachsene mit nicht-alkoholischer Fettleber intensiv wirkende Hilfsmaßnahmen notwendig sind, so Klein. Natürlich sollten auch Personen, die fettleibig sind, aber keine Fettleber haben, ermutigt werden abzunehmen, doch diejenigen mit Fettleber haben ein besonders hohes Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes. Sie müssen intensiv therapiert werden, so dass sie abnehmen. Denn eine Gewichtsreduktion kann einen großen Unterschied machen.

Quellen: Erstellt von MedCon aus:
Fabbrini E, deHaseth D, Deivanayagam S, Mohammed BS, Vitola BE, Klein S. Alterations in fatty acid kinetics in obese adolescents with increased intrahepatic triglyceride content. Obesity, online erschienen am 23, Oktober 2008

Deivanayagam S, Mohammed BS, Vitola BE, Naguib GH, Keshen TH, Kirk EP, Klein S. Nonalcoholic fatty liver disease is associated with hepatic and skeletal muscle insulin resistance in overweight adolescents.
American Journal of Clinical Nutrition, 88(2) pp. 257-262, Aug. 2008.

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