Frankfurt am Main, 18.05.2009
SAN DIEGO (MedCon) – Für Familienmitglieder von Kindern, bei denen eine nicht-alkoholische Fettleber festgestellt wurde, ist es einer neuen Studie zufolge ratsam, ganz besonders auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung zu achten. Denn diese Form der Lebererkrankung scheint familiär gehäuft aufzutreten.
Zudem sollten Eltern und Geschwister von erkrankten Kindern auf eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) hin untersucht werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. So lautet die Empfehlung der Forscher um den Kinderarzt Dr. Jeffrey B. Schwimmer, der als Professor für Kinderheilkunde an der Universität von Kalifornien lehrt und zudem die Fettleber-Klinik am Rady Kinderkrankenhaus in San Diego leitet.
„Wir wir schon vermutet hatten, spielt bei der nicht-alkoholischen Fettleber nicht nur das Gewicht eine Rolle, die Erkrankung ist vielmehr stark familiär geprägt und wahrscheinlich erblich“, erklärt Dr. Schwimmer.
Das Forscherteam um Dr. Schwimmer untersuchte 44 Kinder mit und ohne NAFL sowie 152 Angehörige dieser Kinder. Mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens, der Magnetresonanz-Tomographie, ermittelten sie die Menge an Fett in den Lebern der Kinder und der Angehörigen.
In der Fachzeitschrift Gastroenterology berichten die Forscher, dass es stark erblich bedingt gewesen sei, ob ein Studienteilnehmer eine NAFL hatte oder nicht. Zudem habe eine NAFL-Erkrankung des Kindes beträchtlich die Menge an Leberfett bei den anderen Familienmitgliedern beeinflusst.
Unter Familienangehörigen von Kindern mit NAFL war die NAFL-Erkrankung weit verbreitet: 59 Prozent der Geschwister und 78 Prozent der Eltern von Kindern mit NAFL waren ebenfalls erkrankt. In den meisten Fällen erfuhren die Geschwister oder Eltern erst durch die Untersuchung im Rahmen der Studie von ihrer Fettleber-Erkrankung. Bei einigen wenigen Patienten war die Krankheit schon recht weit fortgeschritten, obwohl die betroffenen Personen keinerlei Symptome zeigten.
„Übergewicht ist ein Risikofaktor für NAFL, doch ob eine übergewichtige Person tatsächlich erkrankt, hängt stark von ihrer erblichen Vorbelastung ab“, erklärt Dr. Schwimmer. „Manche Menschen sind stark übergewichtig, haben aber keinerlei Fettansammlungen in der Leber. Doch in anfälligen Familien addieren sich die Effekte von Genetik und Übergewicht. Schon unabhängig vom Gewicht haben sie ein höheres Risiko für NAFL. Wenn dann noch Übergewicht dazu kommt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Mengen an Fettablagerungen in der Leber.“
Deshalb empfehlen die Forscher: Wenn bei einem Familienmitglied NAFL diagnostiziert wird, sollten die anderen Familienmitglieder darüber unverzüglich mit ihrem Arzt sprechen. Wenn eine NAFL früh genug erkannt wird, ist sie komplett umkehrbar und zukünftige Komplikationen können vermieden werden.
Quelle: Erstellt von MedCon aus: Gastroenterology, Mai 2009, Volume 136, Issue 5, Pages 1585-1592. Heritability of Nonalcoholic Fatty Liver Disease. Jeffrey B. Schwimmer, Manuel A. Celedon, Joel E. Lavine, Rany Salem, Nzali Campbell, Nicholas J. Schork, Masoud Shiehmorteza, Takeshi Yokoo, Alyssa Chavez, Michael S. Middleton, Claude B. Sirlin.
letzte Änderung 10. Mai 2012, 13:32 Uhr
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Stand: 18-May-2012, 11:37 AM
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